Landeskontrollverband Rheinland

Die Anfänge der Leistungsprüfung gehen am Niederrhein bis in die Jahre 1830 - 1840 zurück. Allerdings gab es damals noch keinen Kontrollverein mit neutralen Kontrollassistenten. In fortschrittlichen Betrieben wurde um 1870 eine Art von Besitzerkontrolle durchgeführt, bei der neben der Milchmenge auch die Butterausbeute für jede einzelne Kuh ermittelt wurde. Diese Unterlagen über Milch- und Fettmenge wurden für züchterische Zwecke in den Betrieben genutzt.

Am 27.12.1901 wurde in Bislich, Kreis Rees, von 11 passionierten Züchtern der erste Kontrollverein in der damaligen Rheinprovinz gegründet.

Die Landwirtschaftskammer Rheinland förderte die Leistungsprüfung, in dem sie die Ausbildung der Kontrollassistenten übernahm und Beihilfen zur Kontrollausrüstung gewährte. In den folgenden Jahren wurde eine Vielzahl von Kontrollvereinen gegründet, deren Zahl während des ersten und zweiten Weltkrieges stark schwankte.

Überwacht wurde die Leistungsprüfung von den Zuchtverbänden und Tierzuchtämtern, die für die Auswertung der Ergebnisse zuständig waren. Die Zu­sammenfassung der Leistungsprüfungen im Rheinland führte 1937 zur Gründung des Landeskontrollverbandes. Neben der Milchleistungsprüfung wurde der Lan­deskontrollverband auch mit der „Rampenkontrolle“ an den Molkereien betraut. Hierbei wurden neben dem Fettgehalt auch andere Gütemerkmale festgestellt.

Zu diesem Zeitpunkt wies der Landeskontrollverband schon eine Organisationsstruktur auf, die der heutigen sehr stark ähnelt.

Das Einzugsgebiet einer Molkerei bildete einen Oberkontrollbezirk, in dem der Ober­kontrollassistent für die „Rampenkontrolle“ an der Molkerei, aber auch für die Anleitung und Überwachung der Kontrollassistenten zuständig war. Mehrere Ober­kontrollbezirke wurden zu einem Revisionsbezirk mit einer LKV-Geschäftsstelle zu­sammengefasst. Die Geschäftsstelle wurde von einem Leistungsinspektor verwaltet, der Angestellter der Landwirtschaftskammer war.

Anstelle der Einzelmitgliedschaft der einzelnen angeschlossenen Betriebe trat am 25.02.1949 die kooperative Mitgliedschaft verschiedener Verbände. Neben den Zuchtverbänden für Rinder, Schweine, Schafe und Ziegen waren der rheinische Landwirtschaftsverband, der Genossenschaftsverband und die Vereinigung der Privatmolkereien im Rheinland vertreten. Deren Nachfolgeorganisationen waren noch bis zur Fusion Mitglieder des Landeskontrollverbandes Rheinland.

Festschrift zum 100 jährigen Bestehen des LKV Rheinland